| Am 22. Oktober 2009 trafen sich Hammelburger Katholiken das erste Mal zu einem Reformgebet - eine Woche nach der Suspendierung ihres beliebten Pfarrers. Sie wollten damit ihrem Protest Ausdruck verleihen, dass ihr beliebter und vor allen Dingen dringend benötigter Seelsorger wegen dem Wunsch nach einer Partnerschaft und Ehe und der Bereitschaft, das eigene Kind als Vater anzunehmen, der Gemeinde genommen wurde und sogar der Abschiedsgottesdienst eine Woche vorher durch vorgezogene Suspendierung verhindert wurde. Was am Anfang ein Versammeln in Wut, Ohnmacht und Unverständnis über den nicht mehr zeitgemäßen Pflichtzölibat war, wandelt sich seitdem in das Bewusstsein der Notwendigkeit einer grundsätzlichen Wandlung der Katholischen Kirche. Missbrauchsskandale, das Weiten des Blickes auf die Situation in anderen Diözesen und Ländern und der Austausch mit vielen Reformkräften in der Kirche haben in uns den Wunsch wachsen lassen, uns in die Reformbewegung einzugliedern, die uns schon Jahre vorausgegangen ist. |
Wir beten seit dem 22. Oktober jeden Donnerstag um 18.00 Uhr unser Donnerstagsgebet um Reformen in der Kirche. Anfänglich waren es 350 Mitchristen, die sich aus persönlicher Betroffenheit und Ohnmacht mit uns versammelt haben und im Gebet unsere Sehnsucht nach neuer Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft der Kirche vor Gott getragen haben. Die Skepsis und den Wunsch von Kritikern (auch auf der Kirchenleitungsebene), dass bald Ruhe einkehren würde ("spätestens im Advent ist damit Schluss") haben wir "ent-täuschen" müssen. Jede Woche versammeln sich in der Hammelburger Stadtpfarrkirche auch heute, nach 25 Wochen, an die 200 Gläubige und stärken sich gegenseitig mit dem gemeinsamen Gebet. Diese Kraftquelle hilft uns durchhalten und nicht zu resignieren. Dabei nehmen wir auch Menschen mit, die noch nie Anhänger oder Aktive in der Reformbewegung waren, wie z.B. viele alte Menschen, die sehr unter der Unglaubwürdigkeit und der Rückwärtsgewandtheit der Kirche leiden. Über 70jährige bitten uns, dass wir nicht aufgeben sollen, aber auch Jugendliche und Kinder, Familien, Kirchenferne, Menschen, die kurz vor dem Austritt aus der Kirche stehen, finden bei uns Gehör, Gemeinschaft und neuen Mut. Unsere Hoffnung ist nun, dass sich diesem Donnerstagsgebet (Donnerstag ist nicht nur der Tag der Suspendierung unseres Pfarrers gewesen, sondern auch der Tag der Einsetzung der Eucharistie, die immer mehr Gemeinden durch den Priestermangel vorenthalten wird) immer mehr Gemeinden anschließen, dass es ein Lauffeuer wird, das uns gemeinsam die Stimme erheben lässt in einer Kirche, der es augenscheinlich mehr um Machterhalt, Mauernziehen und Bewahrung ihrer Privilegien geht als um die Menschen und die Seelsorge in den Gemeinden, um eine Sprache und Ausdrucksform, die die Menschen von heute verstehen. Unterstützen Sie uns! Beten Sie in ihrer Gemeinde das Donnerstagsgebet um 18.00 Uhr mit, in Verbundenheit mit immer mehr Reformchristen, die nicht mehr schweigen wollen zu dem, was in der Kirche und durch sie an Unheil und Ungerechtigkeit geschieht. Suchen Sie in ihrer Umgebung nach aufgeschlossenen Mitchristen - die Zeit ist nie so reif gewesen für einen "Aufstand der Frommen" wie jetzt. Fangen Sie an - egal in welchem Rahmen! Beziehen Sie die örtliche Presse mit ein, machen Sie das Gebet bekannt und geben Sie damit denen Stimme, die bisher resigniert und duldsam geschwiegen haben. Wenden Sie sich an uns und teilen Sie uns mit, wo und wann Sie beten. Wir planen eine Karte, auf der die Orte des Gebetes markiert werden, wenn sich noch mehr Gemeinden angeschlossen haben. Im Downloadbereich finden Sie (Zugangkennung bitte anfragen) alle bisherigen Gebete aus Hammelburg, zur Verwendung, Plakate, Button-Vorlagen und unser Segensgebet, das uns mit den Gemeinden verbindet. Zusätzlich sammeln wir bis Herbst Unterschriften für die Abschaffung des Pflichtzölibates. Unterschreiben Sie online, verbreiten Sie diesen Aufruf per email an alle, die Sie kennen oder sammeln Sie Unterschriften auf Papier. Wir wollen möglichst viele Unterschriften im Herbst auf der Bischofskonferenz in Fulda überreichen! Die Mauer wird fallen - auch die innerkirchliche. Arbeiten wir gemeinsam daran! |
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